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Zwickau - Robert-Schumann-Haus erhält Skulptur von Prof. Klaus Kammerichs

Das Robert-Schumann-Haus Zwickau kann sein Eingangsfoyer künftig mit einem Doppelportrait von Robert und Clara Schumann schmücken – ein Symbol dafür, dass es sich um ein Museum nicht nur für Robert, sondern auch für Clara Schumann handelt. Am 9. Mai übergibt der Kölner Bildhauer Prof. Klaus Kammerichs seine 2004 entstandene Skulptur des Künstlerpaares. Im Musikbereich ist Kammerichs bekannt vor allem durch seine als Auftragswerk 1986 entstandene Beethoven-Skulptur "Beethon" vor der Beethoven-Halle in Bonn, die ein viel besuchtes Wahrzeichen der früheren Bundeshauptstadt geworden ist.

 

Der 1933 in Iserlohn geborene Künstler absolvierte zunächst eine Fotografenlehre und studierte freie Kunst bei Otto Pankok und Otto Coester an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Ab 1973 wirkte er als Professor an der Fachhochschule Düsseldorf (1978-84 als Dekan). 1968 schuf er seine erste „Foto-Skulptur“, eine vom ihm maßgeblich geprägte Kunstform, die die Zweidimensionalität der Fotografie in die Dreidimensionalität der Plastik überträgt. Dazu greift er auf das aus der Fotografie bekannte Verfahren der Posterisation oder Isohelie zurück, das vielfach in der Pop-Art der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Verwendung fand: Bilder werden reduziert auf Zonen gleicher Helligkeit. Dies liefert den Konstruktionsplan für die Skulpturen von Kammerichs, die einzelnen Grauzonen-Flächen werden aus Polysterol ausgeschnitten und übereinander geklebt. Die obersten Flächen entsprechen den hellsten Zonen des Fotos, die tiefsten den dunkelsten. Dadurch wirkt die Skulptur erst aus einem gewissen Abstand realistisch, je näher man die Skulpturen von Klaus Kammerichs betrachtet, desto mehr Facetten treten hervor.

 

Kammerichs schuf nicht nur Portraitskulpturen, so z. B. auch von Karl Marx oder Johann Sebastian Bach, sondern auch Skulpturen aus dem Bereich des Sports (z. B. Tour de France, 1971), der Tierwelt (Tiger 1972) oder zu Körperteilen und Alltagsgegenständen (Hand mit Zeichenstift, 1985). Seine Werke sind in zahlreichen Kunstsammlungen und Museen vertreten, u.a. in Hagen, Recklinghausen, Düsseldorf, Halle, Dresden und München; großformatige Außenskulpturen sind nicht nur im Rheinland, sondern beispielsweise auch in Bad Segeberg, Stuttgart, München und Japan zu sehen.

 

Bereits 1987 wandte er sich mit einem Entwurf für eine begehbare Klangskulptur für die evangelische Kirche in Heidelberg-Ziegelhausen dem Thema Clara Schumann zu, bei der sich die Profile von Friedrich Wieck, Robert Schumann und Johannes Brahms in tunnelartigen Gängen durch Claras Kopf ziehen. Die Doppelskulptur Robert und Clara Schumanns entstand in engem Austausch mit der Clara-Schumann-Biographin Eva Weissweiler, mit der er seit 2003 verheiratet ist.

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